7000 spät erfasste Fälle aus Sachsen

Corona-Pandemie

Für das schwer von der Pandemie betroffene Sachsen waren zuletzt ungewöhnlich niedrige Infektionszahlen gemeldet worden. Vermutlich kommen die Ämter mit der Erfassung der infizierten nicht mehr hinterher. 7000 Corona Fälle kommen mit Verzögerung in die Statistik dazu.

doctor-fills-out-coronavirus-test

Auffallend niedrige Infektionszahlen gibt es in Sachsen, es wird vermutet, dass nicht alle wirklichen Corona-Fälle vom Robert Koch-Institut (RKI) erfasst oder an dieses übermittelt worden waren.

Nach einer vom RKI veröffentlichten Statistik am Dienstag lagen die Infektionszahlen deutlich unter den zuvor gemeldeten Zahlen. Während das RKI nur 949 Corona-Infektionen aus Sachsen verzeichnete, meldete die sächsische Staatsregierung 7974 Corona-Infektionen.

Die Zahl der Corona-Todesfälle lag nach Angaben der sächsischen Staatsregierung bei 38, laut RKI waren es jedoch nur zwölf.

Wöchentliche Corona-Infektionen

Die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen war demnach pro 100.000 Einwohner 1082,1, nachdem sie am Montag bei 1234,4 lag.

Das sächsische Sozialministerium gab auf Nachfrage ein technisches Problem an. Unklar bleibt, warum das RKI die Daten nicht hochladen konnte. Im Ministerium hieß es, dass es bei der Datenlieferung keine Fehlermeldung gab. Man sendete dem RKI die Daten am Morgen nochmals per E-Mail.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) stellte wiederholt klar, dass wegen der Überlastung der Ämter höchstwahrscheinlich nicht alle Infektionszahlen rechtzeitig gemeldet werden konnten.

Das Landratsamt Zwickau gab zu, dass es einen „Erfassungsrückstand“ im Gesundheitsamt gab. Auch in der zuständigen Behörde gebe es weniger Personal, wegen Infektionen und Quarantäneanordnungen.

Sachsen hat seit längerem die niedrigste Impfquote und die höchste Inzidenz in Deutschland. Die Landkreise Mittelsachsen und Meißen weisen mit Werten von 2380,9 beziehungsweise 1606,8 die höchsten Inzidenzen auf. Das Landessozialministerium kündigte in Zukunft strengere Maßnahmen an.

Inzidenz Deutschlandweit leicht gefallen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland leicht gefallen. Das RKI verkündete als Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche 432,2. Zum Vergleich: Am Vortag lag der Wert noch bei 441,9, vor einer Woche bei 452,2 (Vormonat: 191,5).

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 36.059 Corona-Neuinfektionen – um einiges weniger, als in der Vorwoche, als es noch 45.753 Ansteckungen waren.

Experten vermuten aber derzeit eine merkliche Untererfassung. Kliniken und Gesundheitsämter kommen mit der Meldung von Corona-Fällen zumindest in einigen Regionen nicht mehr hinterher.

Die bis jetzt 7000 nicht registrierten Infektionen in Sachsen sollen am Mittwoch in die RKI-Statistik einfließen – das dürfte die bundesweiten Daten zu Todesfällen und Infektionen erneut verzerren.

399 neue Corona-Todesfälle

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt auf einem hohen Niveau: Deutschlandweit wurden innerhalb von 24 Stunden 399 Todesfälle gemeldet. Letzte Woche waren es hingegen 388 Todesfälle. Die Zahl der Personen, die an oder unter Beteiligung einer festgestellten Corona-Infektionen gestorben sind, stieg damit auf 103.520.

Quelle: tagesschau.de
Autorin: Sophie Pixis

Menü