AstraZeneca fokussiert Impfstoff-Gewinne an

Andere Strategie

AstraZeneca hatte zu Beginn der Pandemie erklärt, seinen Impfstoff gegen Covid-19 zum Selbstkostenpreis auf den Markt zu bringen. Nun weicht das Unternehmen diese Linie auf. Das Vakzin soll in Industrieländern nun mit kleinen Gewinnen verkauft werden.

AstraZeneca

Der Pharmakonzern AstraZeneca kündigte an, den gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelten Impfstoff gegen Covid-19 in Zukunft mit Profit vermarktem zu wollen. Der Konzern kündigte an, das Vakzin ab sofort mit „bescheidener Rentabilität“ vertreiben zu wollen. Das Unternehmen spricht demnach mit Industrieländern über Lieferungen, die kleine Gewinne einbringen sollen. Der Schritt erfolgte nach der Ankündigung von AstraZeneca, eine Immun- und Impftherapieeinheit einzurichten, um seine Covid-19-Produkte und seine anderen Behandlungen für virale Atemwegserkrankungen zusammenzuführen.

Konzernchef Pascal Soriot sagte, man habe das Projekt begonnen, um zu unterstützen, „aber wir haben auch gesagt, dass wir in der Zukunft einen Übergang zu kommerziellen Bestellungen haben werden.“ Es werde aber nie sehr teuer: „Denn wir wollen, dass der Impfstoff für jeden weltweit bezahlbar bleibt.“

Der Impfstoff für Entwicklungsländer soll gemeinnützig bleiben

Zu Beginn der Pandemie hatte AstraZeneca mitgeteilt, den mit der Universität Oxford entwickelten Impfstoff gemeinnützig zu produzieren und lediglich zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. Zudem hatte sich der Konzern der Initiative COVAX angeschlossen, um die Entwicklungsländer mit dem Impfstoff zu unterstützen. Für die Entwicklungsländer soll der Impfstoff auch zukünftig gemeinnützig bleiben.

Der Konzern schrieb im dritten Quartal trotz eines starken Umsatzsprungs rote Zahlen. Höhere Kosten für Entwicklung, Forschung und den Vertrieb, aber auch die Übernahme des US-Biotechnologieunternehmens Alexion sorgten für ein Minus von etwa 1,44 Milliarden Euro.

Corona-Impfung bringt Geld in die Kassen

Hauptsächlich der Verkauf des Corona-Impfstoffes sorgte für einen gestiegenen Umsatz. AstraZeneca bekam durch die Corona-Impfungen im Berichtszeitraum etwas mehr als eine Milliarde Dollar in die Kassen – allerdings ein bisschen weniger als in den drei Monaten zuvor. In den USA hatte AstraZeneca im Oktober eine Notfallzulassung für ein Antikörper-Mittel für Corona-Patienten beantragt.

Erst mit dem Beginn der Corona-Pandemie und der Partnerschaft mit Oxford ist das Unternehmen in das Geschäft mit den Impfstoffen eingestiegen. Dann hatten Lieferverzögerungen, Diskussionen über die Daten und Bedenken über eine seltene Nebenwirkung auf die Blutgerinnung dazu beigetragen, dass AstraZeneca Marktanteile in Industrieländern an Konkurrenten verliert, die Vakzine auf Basis der neuen mRNA-Technologie entwickelt haben.

Autorin: Sophie Pixis

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