Bayerns Kliniken sind ausgeschöpft

Überlastete Intensivstationen

„Wir haben kaum noch Kapazitäten“: Die Krankenhäuser in Bayern sind überlastet. Die Krankenhausgesellschaft wart, das Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen und die Verlegung von Corona-Patienten werde immer schwerer.

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Die Krankenhäuser in Bayern warnen angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung der Intensivstationen und fordern härtere Kontaktbeschränkungen. „Die aktuelle Lage ist so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemie-Zeit in Bayern war“, sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, der „Augsburger Allgemeinen“.

„Wir haben schon jetzt kaum noch Kapazitäten“, berichtete Engehausen. Es mussten sogar in bayerischen Kliniken Krebs-Operationen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch die Verlegung von Patienten in naheliegende Bundesländer werde immer komplizierter.

„Die Infektionszahlen müssen runter, um die planbaren Behandlungen, die wir jetzt verschieben, durchführen zu können“, forderte der Krankenhaus-Vertreter. „Wir brauchen deutliche Kontaktvermeidung“, forderte Engehausen. „Ob man das Lockdown oder anders nennt, ist für uns Kliniken zweitrangig.

Geplante Maßnahmen sind nicht ausreichend

Die derzeit geplanten Schritte waren nicht ausreichend, um den Anstieg der Infektionszahlen aufzuhalten: „Wir sehen im Moment keine ausreichend wirksamen Gegenmaßnahmen, die uns in den Kliniken in den nächsten zwei bis vier Wochen eine Entlastung bringen würde“, warnte der Vertreter der bayerischen Kliniken. „Das macht die Lage sowohl jetzt als auch in der Perspektive der nächsten Wochen so dramatisch.“

Die Fälle der Corona-Intensivpatienten vermehren sich in Bayern ohne harte Gegenmaßnahmen jede Woche um etwa 30 Prozent, „so dass wir bald keine Chance mehr für Verlegungen innerhalb des Freistaats haben“, sagte Engehausen.

Verlegung von Zwei Intensivpatienten nach Südtirol

Bayerische Intensivpatienten wurden schon jetzt in andere Bundesländer verlegt. „Aber der Weg nach Baden-Württemberg ist eigentlich bereits geschlossen, weil sich die Kliniken dort der bayerischen Situation annähern“, erklärte der Krankenhaus-Vertreter. „Ob wir in ein paar Wochen noch jemand nach Hessen bringen können, wissen wir nicht. Nach Thüringen und Sachsen braucht man nicht zu fahren und im Süden in Österreich ist die Lage nicht besser als bei uns.“

„Ein Hamsterrad, das sich immer weiter beschleunigt“

Bayern sei trotz entsprechender Vorbereitungen einiger Krankenhäuser, von einer Triage Situation aber immer noch weit entfernt. „Wir sehen eine derartige Situation an bayerischen Kliniken nach wie vor nicht“, betonte Engehausen. „Wir haben die Möglichkeit, planbare Behandlungen zu verschieben, Patienten über längere Strecken in Regionen zu verlegen, die weniger belastet sind und andere Mittel“, sagte er.

Die jetzige Entwicklung übertraf die Erwartungen der Kliniken. „Der 22. Oktober war der Kipp-Punkt, seitdem haben wir stark steigende Inzidenzzahlen und damit einhergehend steigende Intensivbehandlungen. Wir sind in ein Hamsterrad geraten, das sich immer weiter beschleunigt.“

Viele Intensivfälle wären durch Impfungen vermeidbar gewesen, sagte Engehausen. „Gerade jetzt ist es für jeden einzelnen Menschen wichtig, sich impfen zu lassen, nicht nur aus Solidarität, sondern auch, weil die Versorgung nicht mehr optimal ist, wie man es vielleicht noch vor ein paar Wochen dachte.“

Quelle: tagesschau.de

Autorin: Sophie Pixis

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