Curevac unter Druck: Impfstoff erst im August?

Einst zählte Curevac zu den großen Hoffnungsträgern im Kampf gegen das Corona-Virus. Nun wird bekannt: Der herbeigesehnte zweite Impfstoff aus Deutschland dürfte erst im August 2021 eine Zulassung erhalten. 10 Monate später als die Nummer eins: Biontech.

Curevac unter Druck: Impfstoff erst im August?

Hängepartie bei Curevac

Der deutsche Biotechnologiekonzern Curevac hinkt seinen Konkurrenten deutlich her. Der Zeitplan des Unternehmens warf immer wieder Fragen auf. Denn die globalen Mitstreiter machen Fortschritte bei der Forschung, unterzeichnen Millionen-Verträge oder liefert bereits kräftig aus – wir berichteten. Auf einer Pressekonferenz am Montag wurde erstmals deutlich: Die Tübinger können ihren Zeitplan mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einhalten. Die für Juni geplante Beantragung von CVnCoV, so der offizielle Name des Vakzins aus dem Hause Curevac, wird voraussichtlich erst Ende Juli oder gar erst im August erfolgen. Der Kurs der Curevac Aktie gab, wenn auch verzögert, deutlich nach. In der Spitze verlor das Papier am Dienstag 15 Prozent und sackte auf 85,51 Euro. Am Nachmittag griffen Schnäppchenjäger zu und hoben das Papier auf 89,52 Euro.

 

Unerwartete Bekanntmachung: Stellungnahme von Curevac blieb aus

Dass die Meldung erst mit Verzögerung medialen Widerhall fand und auch die Finanzmärkte erst am Folgetag auf die Neuigkeit reagierten, dürfte an der Art der Pressekonferenz gelegen haben. Auf der Veranstaltung waren weder Forscher noch Pressesprecher der Curevac-Leitung zugegen! Die „Gesundheitsministerkonferenz“ tagte zwar wie geplant, die Bemerkung des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) hatte jedoch eher den Charakter einer beiläufigen Bemerkung als eines offiziellen Statements.

Einen Tag nach der Gesundheitsministerkonferenz meldete sich der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Bündnis 90/Die Grünen) zu Wort. Aufgrund von „Komplikationen“ dürfte sich der Termin der Zulassungsbeantragung bei der EMA sowie der letztendliche Impfstart um zwei Monate nach hinten verschieben. Der Impfstoff sei jedoch sicher und effizient. Eine Stellungnahme von Curevac blieb bisweilen aus.

Quelle: www.merkur.de

Autor: Jan Lauer

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