Digitales Vermächtnis des Startups

„Eine Hommage an das Leben“

Uwe Böhler ist der Gründer und CEO von Cloud of Legacy. Er entwickelte den digitalen Nachlass. Der ehemalige Manager möchte sich mit seinem Startup als Quereinsteiger noch einmal neu erfinden.

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Es war bestimmt keine Corona-Depression, was Uwe Böhler auf die Idee für das Startup verhalft. Böhler sagte, wegen der vielen Nachrichten während Corona „wurde man sich bewusster über das Leben und die Sterblichkeit“. Aus diesem Gedanken sei dann innerhalb der Corona-Zeit eine Vision geworden: der digitale Nachlass. Der Vorteil seiner Idee sei, dass man nicht nur die digitalen Zugänge verwalten kann, sondern auch Emotionen hinterlegen kann. Der User habe die Option, „sein emotionales und informatives digitales Vermächtnis anzulegen“, erklärt der Gründer von Cloud of Legacy. Das Spektakuläre bei der Gründung sei gewesen, „die Menschen anzusprechen, die man für ein solches Produkt braucht“. Er sei kein technischer Entwickler oder Programmierer. Daher ist der Begriff Quereinsteiger passend, aber „ich habe die Management-Erfahrung, wie man Produkte baut und entwickelt“, erklärt der ehemalige RTL-Manager.

 Es sei einfach gewesen, Personen von dem Produkt zu überzeugen. „Am Ende habe ich mich für diejenigen entschieden, die wirklich leidenschaftlich für das Thema brannten“, sagt Böhler. Das habe ihm den Quereinstieg erleichtert. Heutzutage sei es sehr einfach, gute technische Teams zu finden. In Telefonbüchern herumzustöbern sei nicht mehr nötig, „da ermöglicht LinkedIn eine sehr gute Suche“, erklärt Böhler sein Vorgehen. Er habe mit Teams aus Rumänien, Polen, Deutschland und der Ukraine gesprochen und sich am Schluss für das Team aus Rumänien entschieden. „In Sachen Erfahrung und Überzeugung, was das Thema angeht, haben die bei mir gepunktet“, begründet der CEO seine Entscheidung.

 „Cloud of Legacy ist eine Hommage an das Leben“

 „Der Tod ist in unserem Kulturkreis ein noch tabuisiertes Thema“, sagt Böhler zur Frage der Vermarktung. Er erklärt, die Cloud of Legacy ziele am Ende zwar nur auf den Moment des Todes ab, aber „ist eigentlich eine Hommage an das eigene Leben“. Denn man kann selber entscheiden: Was möchte ich gerne hinterlassen? Letzte Worte oder eine letzte Botschaft. Diese schreibe man dann nicht wie gewohnt auf Papier nieder oder speichere sie auf einen Stick, sondern die Nachricht würde dann automatisiert der entsprechenden Person zugestellt.

Die Digitalisierung ermöglicht hier eine gute Variante, Dokumente wie beispielsweise das Testament sicher aufzubewahren. Beispielhaft spricht Böhler die Flutkatastrophe im Ahrtal an, wo höchstwahrscheinlich auch handschriftliche Exemplare von Testamenten vorhanden seien, „die nicht mehr auffindbar sind“. Eine gute Alternative wäre dann eine digitale Kopie.

Autorin: Sophie Pixis

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