Papa Elon und der Bitcoin. Vergeben und vergessen?

Auf der Branchenkonferenz „The B World“ tat Tesla-Chef Elon Musk ein weiteres Mal seine Meinung zum Bitcoin kund. Diesmal reagiert der Kurs der Krypto-Leitwährung positiv auf die Aussagen von Musk. Der jedoch sieht Nachholbedarf in puncto Klimaverträglichkeit.

Elon-Musk-und-Bitcoin

Es ist eine zwiespältige Beziehung, die Elon Musk und die Mutter aller Kryptowährungen führen. Mal lobt der gebürtige Südafrikaner Kryptowährungen in den Himmel, mal sorgt er für einen Absturz par excellence, wenn er manch einen Coin als „Hustle“, zu deutsch „Abzocke“, bezeichnet. Nun hat sich Musk erneut zu Wort gemeldet – diesmal auf der „The B World“-Konferenz. Tenor der Diskussionsrunde stimmte Langzeitanleger ebenso wie Spekulanten positiv und half dem Bitcoin, die bedeutsame Marke von 30.000 Dollar zu überwinden.

 

Klimabedenken? Ja. Geldwäsche? Nein.

Zusammen mit dem Twitter-Chef Jack Dorsey und der Star-Investorin Cathy Woods debattierte Musk ausgiebig über die Chancen und Risiken von Kryptowährungen. Der Tesla-Gründer sehe insbesondere im Bitcoin eine vielversprechende Technologie, die alsbald die Finanzwelt revolutionieren könne. Auch Regularien wie man sie zum Beispiel durch die SEC fürchte, würden nur kurzfristige Auswirkungen auf den Kryptomarkt haben. Experten sehen zumindest in einer schrittweisen Regulierung sogar eine Chance. Sobald der Bitcoin sein Image als „Erpresser-Währung“ ablegen könne, würden sich auch Großinvestoren wie Banken, Versicherer und Fonds gegenüber Kryptowährungen öffnen.

Die Bedenken, Bitcoin & Co. könnten zur international organisierten Geldwäsche dienen, seien nicht von der Hand zu weisen. Musk erachte diesen Vorwurf jedoch als eine übliche Nebenwirkung: Man habe gegen jede Technologie zunächst gute Gründe gefunden, ihr skeptisch gegenüberzustehen. Deutlich größere Sorgen mache ihm das klimaschädliche Mining. Aktuell wird der Stromverbrauch für das Generieren von Kryptowährungen auf den Jahresbedarf der Niederlanden geschätzt! Musk zufolge müsse man in erster Linie daran arbeiten, Erneuerbare Energien in den Crypto-Asset-Kreislauf einzubinden. Erst wenn 50 Prozent der Miner mit nachhaltigen Energien betrieben werden würden, könne man von einer Zukunftstechnologie sprechen.

 

Was bisher geschah

Erst im Februar diesen Jahres sorgte Musk mit regelmäßigen Tweets für einen bahnbrechenden Krypto-Boom. Wenig später dann die Ernüchterung: Die zunächst zugesagte Annahme von Bitcoins als Zahlungsmittel wurde revidiert, Tesla-Kunden mussten ihre E-Flitzer ab sofort wieder per FIAT-Geld bezahlen. Zudem übte Musk massive Kritik an der Klimabilanz der Alternativwährung. Mit der Bekanntgabe, man habe die Hälfte der, wenige Monate zuvor gekauften Bitcoins verkauft, brachen die Kurse diverser Kryptowährungen endgültig ein. Nun rudert Musk zurück: „Tesla wird Bitcoin sehr wahrscheinlich wieder (als Zahlungsmittel) akzeptieren.

Quelle: Finanzen.net

Autor: Jan Lauer

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