Energieverband macht Einschätzung
Die Gasvorräte sind eventuell ausreichend

Sollte Russland die Lieferungen nicht weiterhin drosseln, könne eine Gasknappheit
hierzu Lande vermieden werden, sagte Gasverbandschef Möhring.
Die momentan gelieferte Gasmenge könne höchstwahrscheinlich bei einem milden Winter reichen.

Gasfernleitung zwischen Russland und Deutschland

Der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie geht davon aus, dass es keine russischen Gasbeschränkungen mehr geben wird. Er führte weiter aus, dass es im Winter wohl keine Lieferengpässe geben werde, vorausgesetzt, die russischen Gaslieferungen werden aufrechterhalten. Die deutschen Erdgasreserven sind laut BVEG ausreichend.

„Wenn die Versorgungslage einschließlich der russischen Lieferungen so bleibt wie sie ist, werden wir bei normalen Witterungsbedingungen und der Umsetzung der Einsparbemühungen die Gasspeicher so wie geplant befüllt bekommen können“, sagte BVEG-Geschäftsführer Ludwig Möhring.

Gas sparen

Auch wenn Russland weniger Gas liefere als bisher, könne die Menge in einem milden Winter reichen, sagte Möhring. Eine Gaseinsparung ist weiterhin wie geplant erforderlich.

Nur aus den Speichern könne die deutsche Gasversorgung im Winter nicht gedeckt werden, sagte hingegen ein Sprecher der Bundesnetzagentur: „Man kann sehr grob in einem durchschnittlichen Winter davon ausgehen, dass die Mengen aus den Speichern etwa zweieinhalb Monate reichen.“

Speicherziel

Die deutschen Gasspeicher sind trotz wochenlang reduzierter russischer Lieferungen bereits zu einem ersten Zielprozentsatz gefüllt. Der Füllstand lag am Freitagmorgen nach Angaben der Betreiber europäischer Gasspeicher bei 75,43 %.
Die deutschen Gasspeicher müssen bis zum 1. September zu mindestens 75 %, bis zum 1. Oktober zu 85 % und bis zum 1. November zu 95 % gefüllt sein. Diese Richtlinien hatte Bundesregierung in Verordnungen festgelegt. Wenn alles so weiter geht, wie bisher, werden die Anforderungen allem Anschein nach rechtzeitig erfüllt werden.

Das russische Unternehmen Gazprom sagte, dass seine Ostseepipeline Nord Stream 1 wegen technischer Probleme seit mehr als zwei Wochen nicht mit voller Kapazität betrieben werde. Die Bundesregierung hält dies für eine Ausrede, da Zweifel bestehen, ob die Pipeline eine so hohe Kapazität überhaupt bewältigen kann.

Ziel im November könne nicht erreicht werden

Der Geschäftsführer des Speicherverbandes Ines, Sebastian Bleschke macht darauf aufmerksam, dass es nur ein Zwischenziel sei: „Im Kern geht es um die Erreichung von 95 Prozent am 1. November.“

Falls es im Oktober durchschnittliche Temperaturen gebe, wirke sich die beginnende Heizsaison enorm auf die Möglichkeit aus, Gas einzuspeichern. Insbesondere an kalten Tagen könne die Gasentnahme so hoch sein, dass die Einspeisungen den Bedarf nicht deckten, so Bleschke. Es ist durchaus möglich, dass dadurch das Ziel im November nicht erreicht werden kann.

Autorin: Sophie Pixis

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