G7 Gipfel gestartet. Signalstarker Auftakt im Sommerloch

Ein politisches Ereignis auf Weltebene? Zielführende Diskussionen fernab von Corona? Im Jahre 2021 scheint dies ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Dennoch: Seit dem Wochenende tagen die sieben führenden Industriestaaten im britischen Cornwall und beratschlagen auf über den Kurs der „Freien Welt“. Ein Zwischenfazit.

G7 Gipfel gestartet. Signalstarker Auftakt im Sommerloch

Harmonie in Cornwall: Teilnehmer sind optimistisch

Der diesjährige G7 Gipfel steht in einem krassen Gegensatz zu dem Treffen von 2019 (Beritz, Frankreich). Damals hatte die nationalistisch geprägte Führerrolle Donald Trumps markante Gräben zwischen den Teilnehmern offenbart. Nachdem das für 2020 geplante Treffen in Camp David aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, tritt die Zeitenwende mit neuer amerikanische Administration umso deutlicher ans Tageslicht. Allein die Anwesenheit von Joe Biden scheint die Teilnehmer optimistisch zu stimmen. Denn der frische Präsident prescht bereits vor dem Auftakt des Gipfeltreffens mit der Ankündigung vor, 500 Millionen Impfstoffdosen im Kampf gegen die Corona-Pandemie an ärmere Länder verteilen zu wollen. Die Antwort der Teilnehmer: eine Verdopplung der Hilfslieferung auf 1 Milliarde Impfstoffdosen!

 

Heikle Randthemen

Der „Krieg gegen Corona“ dürfte auf dem diesjährigen G7 Gipfel die größte Aufmerksamkeit erhalten. Wie sollte es anders sein? Mit der, wenn auch späten, Hilfszusage an ärmere Länder zeigen die G7 Staatschef einen eindeutigen Schulterschluss. Der erst kürzlich in den Raum geworfene Plan, die Patentrechte führender Forschungs-Unternehmen à la Biontech aufzuheben, scheint endgültig vom Tisch zu sein.

Weniger Einigkeit dürfte allerdings bei der Frage nach dem Umgang mit den Sorgenkindern der westlichen Welt, namentlich Russland und China, herrschen. Während die USA einen härteren Kampf gegen die fernöstliche Weltmacht und eine stärkere Isolation Russlands fordern, setzen insbesondere Länder wie Deutschland auf Dialog – und wirtschaftliche Zusammenarbeit! China gilt schließlich als ein Hauptabnehmer diverser deutscher Produkte. Stichwort Automobilindustrie. Ob und inwieweit der G7 Gipfel Antworten für die schmale Gratwanderung zwischen Wachstumspartizipation und Menschenrechtswahrung findet, bleibt abzuwarten.

Quelle: Tagesschau.de

Autor: Jan Lauer

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