Greyhound wird von Flixbus übernommen

Die schottische Firma FirstGroup musste 2007 stolze 3,6 Milliarden Dollar für die Übernahme des legendären US-Busanbieters Greyhound hinblättern. Nun erwirbt sie auch noch Flixbus – zu einem Spottpreis.

flixbus

Wer in jungen Jahren mit dem Rucksack durch die USA gereist ist, hat bestimmt auch ein Teil des Weges in einem der bekannten Greyhound-Busse zurückgelegt. Die Fahrzeuge steuern für wenig Geld mehr als 2000 Ziele zwischen San Francisco und New York an. In Zukunft gehören die Überlandbusse aber zu Flixbus.

Heute teilte die Dachgesellschaft FlixMobility mit, Greyhound Lines, den immer noch größten Fernbusbetreiber der USA, für bis zu 172 Millionen Dollar vom schottischen Eisenbahn- und Nahverkehrs-Unternehmen FirstGroup zu erwerben. „Eine stetige Weiterentwicklung unseres Netzes durch Kooperationen oder Zukäufe ist schon immer ein wesentlicher Teil unserer Wachstumsstrategie, um unsere globale Präsenz weiter auszubauen“, erklärte FlixMobility-Mitgründer und -Chef Jochen Engert. „Die Übernahme von Greyhound bringt uns hier einen entscheidenden Schritt weiter und stärkt die Position von FlixBus in den USA.“

Passagierzahlen werden weniger

Rund 140 Millionen Dollar zahlte FlixMobility schon an Greyhound, weitere 32 Millionen sollen in den nächsten 18 Monaten folgen. Der jetzige Eigentümer mietet die Immobilien von Greyhound, die der FirstGroup gehören. Greyhound bekam von der US-Regierung Staatszuschüsse von 108 Millionen Dollar zum Ausgleich der pandemiebedingten Verluste – diese bleiben nach der Übernahme bei Greyhound und kommen so nun FlixMobility zugute. Damit werde Greyhound unter dem Strich mit 46 Millionen Dollar bewertet.

Somit bekommt FlixMobility das schon über 100 Jahre alte Busunternehmen für einen günstigen Preis. Die besten Zeiten hat allerdings auch Greyhound schon längst hinter sich. Die Busse haben 2019, dem Jahr vor der Pandemie, 16 Millionen Passagiere befördert,19 Millionen waren es noch 2006 – die Zahlen sind somit weit entfernt von jenen in den 80ger und 90ger Jahren, als bis zu 40 Millionen Passagiere mit Greyhound durch das Land reisten. Das ist unter anderem einer der Gründe, warum Greyhound in den letzten Jahren seine Reiseziele immer weiter zusammenstrich. In Kanada gestaltete sich das Geschäft auf Grund der geringeren Einwohnerzahl als in den USA zuletzt so schwierig, dass sich Greyhound als Folge davon mit seinem Geschäft ganz aus Kanada zurückzog.

Die besten Jahre sind vorbei

Zu guter Letzt kamen auch noch die Einschränkungen der Corona-Pandemie dazu. Laut dem bisherigen Eigentümer FirstGroup erzielte Greyhound von April 2020 bis März 2021 einen Umsatz von 423 Millionen Dollar und ein schwaches operatives  Ergebnis von 1,8 Millionen. Vor allem Immigranten sind es heutzutage, die die Busse am laufen halten: Jene, die mit dem nur schlecht ausgebauten Zugnetz nicht an ihren Zielort gelangen und sich zudem kein eigenes Fahrzeug leisten können. Die Zeiten, in denen Greyhound glänzte, sind offenbar vorbei.

Es bleibt also abzuwarten, ob es Flixbus gelingt, die Legende wieder zu beleben und auch die Zahl der Passagiere zu steigern. Das Unternehmen Flixbus ist selbst seit 2018 in den USA vertreten und hatte im Frühsommer den Betrieb dort wieder hochgefahren. USA-Chef Pierre Gourdain kündigte im Juni an, dass Flixbus dort bis 2023 das umfangreichste Netz anbieten möchte. Vor der Corona-Pandemie hatte Flixbus 2019 weltweit 62 Millionen Passagiere befördert. Die Beschränkungen durch die Pandemie hatte das Reise-Geschäft kurzzeitig fast komplett zum Stillstand gebracht.

Quelle: tagesschau.de

Autorin: Sophie Pixis

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