Klimaneutrale Energie durch neuen Brennstoff

Laub verrottet langsam und hat gute Verbrennungeseigenschaften. Diese Vorteile wollen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts nutzbar machen. Es fallen jährlich an die 740.000 Tonnen Laub an, das soll jetzt sinnvoll genützt werden

Brennstoff

Die forschenden Wissenschaftler haben das Ziel, einen geschlossenen Kreislauf für die Nutzung von Laub zu entwickeln. Das Konzept sieht Energiegewinnung durch die Nutzung regionaler Brennstoffe vor. Die. Energiegewinnung soll durch Biomassefeuerungen sowie von Nährstoffen auf Böden durchgeführt werden.

Ziel: Anhaltender Energie- und Stoffkreislauf

In deutschen Städten und Gemeinden fallen nach eigenen Angaben 620.000 bis 740.000 Tonnen Laub an. Die Straßenreinigung muss das Laub zeitnah beseitigen, damit sich auf Gehwegen, Straßen etc. keine Gefahr bildet.

Da Laub schlecht verrottet, belegt sie die Kompostieranlage über den ganzen Herbst und Winter. Das Fraunhofer UMSICHT forscht im Rahmen des Projekts „LaubCycle“ an einer Alternativlösung, um einen neuen Stoff- und Energiekreislauf zu entwickeln.

Die Optimierung der Laubaufbereitung

Die inhomogene Zusammensetzung stellt eine Hürde da: Neben den Blättern befinden sich auch Erdanhaftungen, Sand oder Steine im Sammelgut. Daraus entwickelt sich im Extremfall ein Ascheanteil von bis 50 Prozent. Dazu kommen noch unterschiedliche Witterung, die für abweichende Feuchtegehalte sorgen. Es werden entsprechende Aufbereitungs- und Lagerungsverfahren analysiert, um fortdauernd kosteneffizienten und nachhaltigen Brennstoff zu erhalten.

„Das Besondere an dem LaubCycle-Ansatz ist, dass Kommunen den Stoffstrom Laub potenziell in einem geschlossenen Kreislauf führen können“, erklärt Dr.Esther Stahl, Leiterin der Abteilung strategische Projekte am Fraunhofer UMSICHT. Dazu kann lokal und bedarfsgerecht klimaneutrale Energie – Wärme und Strom – gewonnen werden. „Hier sehen wir für Kommunen und Entsorgungs- beziehungsweise Aufbereitungsunternehmen einen möglichen Vermarktungsweg an regionalen Biomassefeuerungen.“

Zumal sich die in den Aschen enthaltenen Nährstoffe gut als Dünger auf kommunalen Komposten und landwirtschaftlichen oder privaten Flächen aufgebracht werden können. Lukas Gosmann aus dem Projektteam erklärt, was in dem Vorhaben untersucht werden soll, „wie ein geschlossener Kreislauf auf Basis von Laub in Kommunen realisiert werden kann. Dazu gehören ausführliche Analysen des Laubs und der entstehenden Aschen, Untersuchungen zur Aufbereitung sowie der Einfluss der Laubqualität auf die Emissionen bei der Verbrennung in einer Praxisfeuerung.“

Kommune, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinschaftliche aktiv

Die Stadt Schortens und ein Biomasseaufbereitungsunternehmen sind ein Teil des Projekts „LaubCycle“. In Schortens werden zur energetischen Nutzung und Aufbereitung Untersuchungen durchgeführt. Die Biomasseaufbereiteungsfirma bringt seine Sachkenntnisse zur Aufbereitung und Lagerung von Biomassen sowie zur Herstellung eines biogenen Brennstoffs mit.

Förderungen gibt es für das Projekt LaubCycle von dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Quelle: bundesregierung.de

Autorin: Sophie Pixis

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