Lidl startet mit einem Kampfpreis für Corona-Tests zum Eigengebrauch

Das Geschäft mit den Corona-Tests zur Eigennutzung geht in die nächste Runde. Nach der Konkurrenz Aldi bringt ihn nun auch Lidl in die Marktregale. Diese Entwicklung wird von Apotheken eher kritisch betrachtet. Ohne die richtige Fachberatung könnte es zum Chaos beim Testen kommen, sagen Apotheker.

Selbsttest

Lidl geht unter die Tester

Es begann mit einem Preiskampf um die günstigsten Einwegmasken – jetzt geht es in die nächste Runde und die Corona-Selbsttests sind an der Reihe. Als erster Detailhändler überhaupt, hatte Aldi Suisse diese schon im Juli in die Regale gebracht. Beim Discounter Aldi kosten die Tests für den Eigengebrauch 19.99 Franken je 5er-Packung, was einem Stückpreis von ungefähr 4 Franken entspricht. Blitzschnell reagierte der Discounter Aldi mit dem Ausbau seines Sortiments, nachdem der Bundesrat im Juni den Verkauf von Selbsttests für Detailhändler zugelassen hatte.

Doch wie so oft, schläft die Konkurrenz nicht. Im Gegenteil, Lidl zieht nach und verkauft ab sofort Corona-Selbsttests der Marke ACON Biotech für den Eigengebrauch, genau dieselben, wie der Rivale Aldi. «Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden eine günstige Möglichkeit bieten, sich einfach mit Selbsttests einzudecken», heisst es in der Medienmitteilung Lidl‘s.

Gleiches Angebot bei verschiedenen Preisen

Die Discounter hoffen augenscheinlich auf neue Kunden: Die Selbsttests werden ab Oktober vom Bund nicht mehr vergütet. Ungeimpfte Menschen konnten bisher 5 solcher Tests pro Monat gratis bei Apotheken beziehen.

Preisgünstig sind die Tests von Lidl in der Tat. Für nur 15.99 Franken bekommt man in allen landesweiten Filialen eine Packung mit 5 Tests. Das bedeutet, dass ein Test rund 3.20 Franken kostet – ganze 80 Rappen weniger als bei Aldi. Da kann man nur darauf warten, dass Aldi bald nachzieht und den Preis um einiges senkt.

Offen bleibt dagegen, ob auch weitere Detailhändler bald Selbsttests ins Regal nehmen. Coop meint gegenüber Blick, momentan kein solches Produkt im Sortiment zu haben, die Situation aber laufend zu beobachten. Bei den Genossenschaften der Migros ist die Haltung entschiedener: «Das ist derzeit kein Thema und wir planen im Moment nicht, solche Tests anzubieten», sagt eine Sprecherin.

«Ohne Fachberatung sind die Leute auf sich alleine gestellt»

Der Geschäftsführer des Apothekerverbandes Zürich, Reto Steinmann (52) beobachtet den Verkauf der Selbsttests durch Discounter sehr kritisch. Im Gegensatz zu den Märkten informiere das Apothekenpersonal die Kundschaft über die richtige Anwendung der Selbsttests, argumentiert er. Die Bedienungsanleitung liegt der Packung zwar in elf Sprachen bei. «Doch ohne Fachberatung sind die Leute auf sich alleine gestellt, teilweise ohne, dass sie die Sprache der Anleitungen verstehen», erklärt Steinmann.

Quelle: blick.ch

Autorin: Sophie Pixis

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