Massiver Einbruch des Europäischen Automarktes

Chipmangel und Corona

Europas Verbraucher haben im letzten Jahr so wenige Fahrzeuge erworben wie seit mehr als 30 Jahren nicht. Auf eine grundlegende Besserung macht ein Experte wenig Hoffnung. Der Pandemieverlauf ist zu fraglich und die Lieferketten stocken.

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Der Neuwagenmarkt in der EU hat letztes Jahr durch den Mangel an Mikrochips für die Autoindustrie ein Rekordtief erreicht. Wie der europäische Herstellerverband Acea verkündete, ging die Zahl der Neuzulassungen in der Europäischen Union 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 9,7 Millionen Autos zurück. Seit Einführung der Statistik im Jahre 1990 ist das der niedrigste Wert.

Rund zehn Prozent weniger Kraftfahrzeuge wurden in Deutschland 2021 zugelassen, als im bereits im von der Corona-Krise beeinflussten Vorjahr 2020. In Spanien (plus 1,0 Prozent), Frankreich (plus 0,5 Prozent) und Italien (plus 5,5 Prozent), gab es immerhin einen kleinen Zuwachs.

Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin sagte, beansprucht „insbesondere der Mangel an Halbleitern“ die weltweiten Lieferketten. „Daneben machen Knappheiten bei weiteren Vorprodukten und Rohstoffen sowie steigende Preise für Energie und Logistik der Industrie zu schaffen.“

„Auch 2022 bringt wohl keine Trendwende“

Der EU-Neuwagenmarkt brach im Dezember erneut stark ein und sank um etwa ein Viertel. Allein schon in Deutschland gab es im Dezember letzten Jahres bei den Neuzulassungen einen Rückgang um circa 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Nach Angaben der Unternehmensberatung EY ist eine Besserung der Lage momentan nicht zu erwarten: „Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt eingetrübt, denn Omikron führt zu neuen Unsicherheiten und Risiken – nicht zuletzt für die globalen Lieferketten“, erklärte EY-Automobilmarktexperte Peter Fuß. Außerdem habe die Chipkrise den Neuwagenmarkt bislang fest im Griff. Vorläufig sei angesichts des hohen Bedarfs mit Halbleitern keine Besserung in Sicht.

„Damit wird es wohl auch 2022 keine Trendwende auf dem Neuwagenmarkt geben“, erklärte Fuß. „Selbst wenn der Absatz gegenüber 2021 leicht steigt, wäre der Markt weit vom Vorkrisenniveau entfernt. Die Erholung verschiebt sich also auf 2023.“

Zu den schwer betroffenen Herstellern gehörten 2021 der französische Hersteller Renault mit einem Absatzminus von 10,2 Prozent und Ford mit minus 19 Prozent. Der Marktführer Volkswagen setzte dagegen 4,8 Prozent weniger ab als im letzten Jahr. Beim Konkurrenten Stellantis fielen die Einbußen etwa halb so hoch (minus 2,1 Prozent) aus. Die deutsche Marke Opel legte sogar etwas zu. Während Daimler 12,4 Prozent weniger von seinen Autos absetzte, kam der Münchner Rivale BMW besser mit dem Chipmangel zurecht. Somit legten die Verkäufe von BMW sogar um 1,5 Prozent zu.

Quelle: www.n-tv.de

Autorin: Sophie Pixis

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