Mercedes-Benz. Daimler verkauft weniger, dafür aber teurere Fahrzeuge

Trotz des Halbleiter-Mangels baut der Autohersteller Daimler seine Chips überwiegend in die besonders hochpreisigen Fahrzeuge ein. Der Absatz sinkt stark – dafür steigen die Gewinne.

Daimler Mercedes Benz

Im dritten Quartal war die Performance des Autoherstellers Daimler unerwartet stark. Trotz der massiven Chipknappheit, die zu Produktionsstillständen führte, konnte der Daimler-Konzern seinen Umsatz im vergangenen Jahr von Juli bis September in etwa auf dem Niveau von 40,1 Milliarden Euro halten. Insgesamt betrug der Konzernumsatz von Juli bis September knapp 2,6 Milliarden Euro, ein Plus von rund einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz von Lkw und Pkw ist um 25 % zurückgegangen.

Mercedes-Benz Lkw und Pkw verkauften 471.404 Fahrzeuge im Automobilbereich, 30 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Dennoch ist das Management optimistisch, das Jahresziel zu erreichen. Finanzvorstand Harald Wilhelm sagte bei der Vorstellung dieser Daten: „Wir werden am Ende festhalten.“ Die diesjährige operative Leistung und der Umsatz sollen deutlich über dem Vorjahr liegen. Eine hohe Preisstabilität und ein günstigerer Produktmix werden dazu beitragen, den Anstieg der Rohstoffpreise und halbleiterbedingte Lieferengpässe teilweise zu kompensieren. Im vierten Quartal wird die Versorgung mit Halbleitern deutlich besser, im kommenden Jahr wird jedoch mit einer Verknappung gerechnet.

Luxuslimousinen und Sparprogramm

Als Grund für die sehr gute Quartalsbilanz nannte Wilhelm auch die „erheblichen Fortschritte“ bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie. Daimler-Chef Ola Källenius, der den Konzern seit Mai 2019 leitet, hat einen frühen Sparplan auf den Weg gebracht, der weltweit tausende Arbeitsplätze abbauen soll. Zudem wurde die Produktion unrentabler Modelle eingestellt.

Darüber hinaus profitiert Daimler weiterhin von der Fokussierung auf hochpreisige Autos, die mit sehr hohen Gewinnen verkauft werden. Deshalb werden bei Mercedes alle derzeit verfügbaren Halbleiter verwendet, um besonders große und profitable Modelle wie GLE oder S-Klasse zu produzieren. Das Top-Luxusauto Maybach verkaufte sich mit 10.800 Einheiten und erreichte nach drei Quartalen ein Rekordhoch. Auch modifizierte Modelle der Tochtergesellschaft AMG liegen mit 116.000 verkauften Fahrzeugen nahe am Rekordhoch. Auf der anderen Seite ist die Produktion kleinerer Mittelklasse-Fahrzeuge des A- und B-Segments zurückgegangen.

Sorgenkind Lastkraftwagen und Busse

Der Konzern hat seinen Pkw-Verkaufsplan nur leicht gesenkt, und der Absatz von Transportern wird voraussichtlich stabil bleiben. „Die Nachfrage nach allen Produkten in allen Märkten bleibt hoch“, sagte Daimler. Dies kann im kommenden Jahr sogar zu einer Umsatzsteigerung führen. Dieser Trend verleiht der Marke „hohe Preisstabilität“. Finanzvorstand William sagte, dass der Konzern aus diesem Grund nicht mit einem Rückgang des Durchschnittspreises rechnet. Steigende Rohstoffpreise werden Daimler in diesem Jahr jedoch rund 1 Milliarde Euro kosten.

Aufgefallen ist dagegen die Tochtergesellschaft Daimler Trucks and Bus Company. Ihr operatives Ergebnis sank im dritten Quartal nur um 19% auf 489 Millionen Euro, obwohl sowohl Umsatz als auch Umsatz im einstelligen Bereich wuchsen. Höhere Rohstoffkosten können nur teilweise durch höhere Preise ausgeglichen werden. Ende dieses Jahres wird das Lkw- und Busgeschäft aus dem Daimler-Konzern ausgegliedert. Der verbleibende Automobilbereich wird künftig in Mercedes-Benz Group AG umbenannt.

Quelle: tagesschau.de

Autorin: Sophie Pixis

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