Mit einer Batterieladung 1000 Kilometer

E-Prototyp von Mercedes-Benz

Mercedes stellte in Las Vegas ein Forschungsauto vor, das mit einer vollen Batterieladung etwa 1000 Kilometer zurücklegen kann. Es steht aber noch nicht fest, wann und ob es das Fahrzeug überhaupt zu erwerben gibt.

Mercedes-Benz

Daimler möchte zeigen, dass auch mit elektrisch angetriebenen Autos hohe Reichweiten ohne unnötiges Nachladen der Batterie erzielt werden können. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas hat der Stuttgarter Autokonzern mit dem Vision EQXX ein Forschungsauto vorgestellt, das mit einer starken Batterie gut tausend Kilometer ohne Nachladen fahren kann. Das entspricht in etwa der Entfernung von Paris nach Berlin und ist ungefähr das Doppelte dessen, was die meisten Elektrofahrzeuge heutzutage zurücklegen können.

Technische Details und Komponenten des Fahrzeugs könnten in zwei bis drei Jahren in künftigen Serienautos zu sehen sein, sagte Daimler-Vorstand Markus Schäfer. Der bei dem Unternehmen für den Einkauf und die Entwicklung verantwortliche Manager erklärte, das Fahrzeug solle in einigen Monaten auf dem Asphalt erprobt werden: „Wir werden die 1000 Kilometer jetzt zeigen“, sagte Schäfer mit Blick auf die angekündigte Reichweite.

Batterie ist auch für Kleinwägen geeignet

Laut einer Mitteilung sagt Daimler-Vorstandschef Ola Källenius das Forschungsauto zeige, „wie wir uns die Zukunft des Elektroautos vorstellen“. Es habe eine Batterie, die ebenso in einen Kleinwagen passe. Die Batterie im EQXX ist tatsächlich nur halb so groß und etwa ein Drittel leichter als bestehende Batterien. Der Energieinhalt bleibt durch eine erhöhte Energiedichte nahezu identisch.

Gewichtsreduktion durch neue Materialien

Um das Gewicht des Autos zu minimieren, verwendet Daimler völlig neue Materialien. So bestehen beispielsweise die Teppiche im Innenraum aus Bambusfasern und die Türgriffe aus synthetischer Seide. Anstatt Leder werden im EQXX Oberflächen auf Kaktusbasis eingesetzt. Hauchdünne Solarpaneele die auf der Außenseite des Daches verbaut sind, versorgen das Batteriesystem mit Energie. Das Material für die Karosserie stammt zu hundert Prozent aus Schrott.

Gestoppt wird Daimler momentan weiter durch den Mangel an Halbleitern. Nach Einschätzung von Schäfer wird das noch bis zum ersten Halbjahr andauern. „Das wird uns weiter begleiten“, sagte er in Las Vegas. In der zweiten Jahreshälfte könnte sich die Situation jedoch eventuell etwas verbessern. Der Mangel an Halbleitern und anderen Elektronikbauteilen ist eine Erschwernis für die komplette Automobilbranche und führte bereits bei einigen Unternehmen zu Produktionseinschränkungen.

Quelle: tagesschau.de

Autorin: Sophie Pixis

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