Schwarz-Gruppe expandiert: Ausbau des Entsorgungsgeschäfts geglückt

Europas größter Einzelhändler befindet sich im Aufwind: Die Schwarz-Gruppe glänzt mit hervorragenden Zahlen und einem krisensicheren Geschäftsmodell. Ebendieses will man nun verstärken: Für (geschätzte) 1,1 Milliarden Euro kauft die Schwarz-Gruppe den spanischen Entsorger Ferrovial auf.

Schwarz-Gruppe-Entsorgungsgeschaeft

Der Deal im Detail

Satte 1,133 Milliarden Euro soll die Übernahme gekostet haben – die Schwarz-Gruppe machte zwar keine Angaben über den Deal, doch der „geschluckte“ Entsorger Ferrovial gibt ebendiese Summe an. Verantwortlich für die Übernahme ist die PreZero Stiftung & Co. KG, die nun auch für die Aufgabenbereiche des spanischen Entsorgers zuständig ist:

Umweltservices, Abfallsammlung, Aufbereitung und Recycling machen das Geschäftsfeld der Südeuropäer aus. Der Plan hinter der Übernahme: Eine stärkere Präsenz in Portugal und Spanien, die Festigung des Geschäftsmodells und das Schaffen eines auf Nachhaltigkeit ausgerichteten „Öko-Systems“. Schließlich produziert allein der Einzelhändler Lidl, Löwenanteil der Schwarz-Gruppe, Tag für Tag Unmengen an Plastik und Verpackungsgut.

Die Schwarz-Gruppe: unterschätzter Milliarden-Konzern

Die Schwarz-Gruppe wird nur selten Teil von Diskussionen. Die Gründe hierfür sind die eher zurückhaltende Unternehmensführung und der strenge Verzicht, zumindest einen Teil des Geschäfts für (Privat-)Investoren zu öffnen. Trotz eines ausbleibenden Börsengangs wächst das Unternehmen in einem rasanten Tempo und stellt sogar den Konkurrenten Aldi in den Schatten: Satte 113 Milliarden Euro Umsatz konnte die Schwarz-Gruppe 2020 verbuchen. Ebenso beeindruckend wie die Zahlen liest sich die Geschichte des Unternehmens.

Eine Erfolgsgeschichte par excellence

Bereits 1930 durch Josef Schwarz gegründet wuchs die Lidl & Co. Südfrüchtehandlung zunächst kräftig, wurde dann im Zweiten Weltkrieg jedoch völlig zerstört. Der Ruin konnte nur durch den Zusammenschluss mit der A&O Handelskette verhindert werden. Was folgte, war ein jahrzehntelanger Wiederaufbau. Letztendlich gelang dem Sohn des Gründers (Dieter Schwarz) eine Neuausrichtung: Mit der Eröffnung des deutschlandweit ersten Discounters im Jahr 1973 brach die goldene Ära der Schwarz-Gruppe an. Mittlerweile gehören der Gruppe nicht nur der Einzelhändler Lidl, sondern auch das Einkaufsparadies Kaufland, die PreZero Stiftung und eine hauseigene Produktionssparte, die Schwarz Produktion GmbH & Co. KG, an.

Quelle: handelsblatt.com

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