Selenskyj fordert russische Soldaten auf!

„Weiß, dass ihr überleben wollt“

Der ukrainische Präsident Selenskyj wendet sich in einer neuen Videobotschaft nicht nur an sein Volk, sondern auch an die russischen Soldaten. Man weiß aus abgehörten Telefonaten, wie viele von ihnen in Wirklichkeit über den Krieg dächten. Die Erkenntnis auf der russischen Seite setze sich durch, dass man mit dem Krieg nichts erreiche.

Krieg in der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj möchte die Verantwortlichen für die massiven Kriegshandlungen in seinem Land ohne Nachsicht zur Verantwortung ziehen. „Wir arbeiten mit den Partnern an neuen Strafmaßnahmen gegen den russischen Staat“, sagte er in einer aktuellen  Videobotschaft. „Jeder, der für den Krieg verantwortlich ist. Jeder, der für die Zerstörung der Demokratie verantwortlich ist. Jeder, der für Repressionen gegen Menschen verantwortlich ist. Jeder bekommt eine Antwort.“

Das russische Militär sei ganz sicher verantwortlich für Kriegsverbrechen, für eine „bewusst geschaffene humanitäre Katastrophe“ in ukrainischen Städten, sagte Selenskyj in dem Clip, der ihn in Militärkluft im Präsidialamt in Kiew zeigt. Russland fängt an zu erkennen, dass es mit dem Krieg rein gar nichts erreichen werde. „Einen solchen Widerstand hatten sie nicht erwartet. Sie glaubten ihrer Propaganda, die seit Jahrzehnten über uns lügt.“

Viel mehr Verluste als damals in Tschetschenien

Die russische Armee habe innerhalb 19 Kriegstagen in der Ukraine größere Verluste erlitten als während der beiden Tschetschenien-Kriege, sagte Selenskyj. Die Angaben sind allerdings nicht unabhängig zu prüfen. Der ukrainische Präsident appellierte an die russischen Soldaten, die Waffen bei Seite zulegen. Aus abgehörten Telefonaten russischer Soldaten mit ihren Angehörigen in der Heimat wisse man, was einige „wirklich über diesen Krieg“ denken. „Ich weiß, dass ihr überleben wollt.“ Er sei jenen Russen dankbar, „die nicht aufhören, die Wahrheit zu sagen“, meinte Selenskyj unter Verweis auf Anti-Kriegs-Proteste in Russland.

Als Beispiel nannte Selenskyj Marina Ovsyannikova, eine Mitarbeiterin des russischen Staatsfernsehens, die mit einem Plakat und hoher Stimme für eine Unterbrechung der Liveübertragung der abendlichen Hauptnachrichtensendung gesorgt hatte. Selenskyj bestätigte, dass die Gespräche der Unterhändler beider Länder in dieser Woche fortgesetzt werden sollen. Die Konferenz hatte sich am Montag wegen einer „technischen Pause“ verschoben.

Autorin: Sophie Pixis

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