Übernahme gescheitert Schlappe für Vonovia

Mit der Übernahme der Deutsche Wohnen SE wollte der Bochumer Wohnungsriese Vonovia auch in Berlin Fuß fassen. Der Plan, zum deutschlandweit mächtigsten Immobilienkonzern aufzusteigen, ist nun jedoch gescheitert.

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Es sollte eine der spektakulärsten Übernahmen auf dem deutschen Börsenparkett werden: Ende Mai gab der größte Immobilienbesitzer Vonovia bekannt, man wolle die Deutsche Wohnen übernehmen. Das Unternehmensblatt berichtete ausführlich über die angestoßene Mega-Fusion. Nun, rund drei Monate später, muss der Vonovia-Vorstand zurückrudern: Man habe zu wenige Aktien des Quasi-Konkurrenten kaufen können. Das Ziel, zum Mehrheitsteilhaber der Deutsche Wohnen SE aufzusteigen, ist somit nicht erreicht worden. Vorerst.

 

Vorstand enttäuscht

Der Grund für die gescheiterte Übernahme liegt in der ausgebliebenen Zeichnungsbereitschaft der Deutsche-Wohnen-Aktionäre. Unterm Strich konnte die Vonovia SE lediglich 47,6 Prozent der ausstehenden Anteilsscheine erwerben. Das Angebot, jede Aktie des Berliner Wohnkonzerns zu einem Kurs von 53,03 Euro an die Vonovia zu übertragen, sei nicht bereitwillig genug akzeptiert worden. „Leider haben die jetzigen Aktionäre der Deutsche Wohnen ihre Anteile nicht ausreichend eingeliefert“, teilte am Donnerstagnachmittag der Vonovia-Vorstandsvorsitzende Rolf Buch mit.

Zur Erinnerung: Vor Bekanntgabe der angestrebten Übernahme notierte der Kurs der Deutsche-Wohnen-Aktie bei 45,2 Euro. Die nachbörslich erfolgte Pressemitteilung der Vonovia, man wolle jedem Aktionär einen Aufschlag von rund 18 Prozent für seine Anteile zusprechen, hob den Kurs der Deutsche Wohnen Aktie kräftig an. Am nächsten Handelstag eröffnete die Aktie der Deutsche Wohnen mit einem Plus von 14 Prozent.

 

Alle guten Dinge sind drei – oder nicht?

Mit dem im Mai angekündigten Übernahmeversuch hoffte man in Bochum auf den endgültigen Durchbruch der Expansionsstrategie. Wieder einmal! Denn es war nicht der erste Versuch, die Berliner aufzukaufen. Der letzte Übernahmeversuch liegt mittlerweile 5 Jahre zurück und rührt aus ähnlichen Gründen her: Bereits 2016 sprachen sich Investoren der Deutsche Wohnen SE gegen eine Übernahme aus und beteiligten sich nur unzureichend am Zeichnungsangebot der Vonovia SE. Sowohl Buch als auch seine Kollegen zeigten sich wenig optimistisch, dass man bis zur Übernahmefrist die verbleibenden Anteile der Deutsche Wohnen erwerben könne. Die Aktienkurse der Konzerne sackten am Freitag um rund 1,5 Prozent (Deutsche Wohnen SE) beziehungsweise 3,5 Prozent (Vonovia SE) ab.

Quelle: boersennews.de

Autor: Jan Lauer

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