Vergrößerung des Güterverkehrs.
Weshalb es bei Güterzügen stockt

Die Bundesregierung möchte den Güterverkehr vergrößern, aber die Infrastruktur ist marode, überlastet und vor allem alt.
Dabei gibt es einige Lösungsvorschläge

Guterzug fahrt am Bahnhof vorbei

Momentan laufen 19 Prozent des Güterverkehrs bundesweit auf der Schiene. Die Ampel- Bundesregierung plant jedoch, dass dies bis zum Jahr 2030 25% werden sollen. Wenn man ins Ausland blickt, sieht man, dass das machbar ist: Schweden, Österreich und die Schweiz – in einigen Fällen wird über die Hälfte des Güterverkehrs auf der Schiene abgewickelt.

Einige Experten stellen allerdings in Frage, ob das in Deutschland ebenso funktionieren würde. Zum einen, weil im Haushaltsentwurf für das Jahr 2023 keine Steigerung der Beiträge geplant ist ist. Zum anderen gibt es zahlreiche Hürden, die schon die letzten Regierungskoalitionen nicht lösen konnten.

Mit geringen Maßnahmen eine Menge erreichen?

Michael Theurer, Bahnbeauftragter der Bundesregierung und FDP-Bundestagsabgeordneter, hofft auf viele kleine Verbesserungen im Bahnsystem. Dazu gehören mehr Überholgleise für Güterzüge, mehr Elektrifizierung und moderne Weichen, die bei höheren Geschwindigkeiten eingesetzt werden können. Theurer räumte aber auch ein, dass es aufgrund von Einschränkungen in der Infrastruktur des Systems nicht möglich sei, diese Änderungen in naher Zukunft umzusetzen.

Zeitverschwendung bei der Entscheidungsfindung

Der Interessenverband „Allianz pro Schiene“ kritisierte, dass insbesondere die Entscheidungsfindung zu viel Zeit in Anspruch nehme. Beispielsweise, wenn es um die Elektrifizierung bestehender Strecken ginge, so müssten die Beamten zuerst feststellen, ob sich die Kosten lohnen. Das kostet natürlich Zeit.

Andreas Geissler von der “Allianz pro Schiene“ sagte, dass es sich immer lohne, in Züge zu investieren, wenn die Anzahl eine gesetzlich durchsetzbare Schwelle überschreite. Denn jahrzehntelange Erfahrung hat deutliche Vorteile einer verstärkten Zugnutzung gezeigt. Kein Beamter oder Politiker hat jedoch eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestanzahl von Zügen erklärt. Geissler behauptete, dass dies für jede Route ein bis zwei Jahre Aufwand einsparen könne.

Autorin: Sophie Pixis

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