Inzidenzwert überholt? Warum Corona ein neues Vorgehen verlangt

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck rät zu einem Umdenken in den Bewertungsrichtlinien zur aktuellen Corona-Lage. Es sei wenig hilfreich, auf die Rate der Neuinfektionen zu schauen beziehungsweise sich auf diese zu versteifen. Ebenso wichtig sei ein Blick auf die landesweite „Hospitalisierung“, also die Auslastung der örtlichen Krankenhäuser.

Inzidenzwert überholt? Warum Corona ein neues Vorgehen verlangt

 

Zugegeben: Der Impfstart in Deutschland lief zunächst schleppend. Die Bundesregierung allein dürfte jedoch nicht Schuld sein an dem (auf internationaler Ebene betrachteten) Rückstand. Lieferengpässe bei dem britischen Konzern AstraZeneca und nicht zuletzt der Wegfall des Impfstoffs von Curevac zwangen die Regierung zu einem Umdenken. Ein Umdenken fordern auch einige Forscher und Wissenschaftler wie zum Beispiel der Virologe Hendrik Streeck. Denn: Mit einer Impfquote von 58,7 Prozent (Erstimpfung) beziehungsweise 43,02 Prozent (Zweitimpfung) ist Deutschland auf einem guten Weg, der massenhaften Ausbreitung des „gewöhnlichen“ Coronavirus entgegenzuwirken.

Delta-Variante im Fokus

Weit problematischer als die Impfbereitschaft oder die Kontaktnachverfolgung ist laut Streeck die Ausbreitung neuer Varianten. Derweil sorgt die Delta-Variante für Schlagzeilen, doch die indische Virus-Mutation stellt nur eine von vielen Varianten des SARS-CoV-2-Virus dar. Um diesen risikoreicheren Varianten kompetent entgegentreten zu können, sei nun nicht mehr beziehungsweise nicht nur der bisher vorrangig beachtete Inzidizenwert in die Pandemie-Bekämpfung einzuziehen. Wichtiger sei es, auf die Rate der sogenannte Hospitalisierung zu schauen, die Aufschlüsse über die Auslastung der Intensivstationen gibt. Im Deutschland Podcast der F.A.Z. klärt der Mediziner über diesen und vielen weiteren Bausteinen im Kampf gegen Covid-19 auf. Hospitalisierung auf

Hier geht’s zum Podcast

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Sie möchten in Sachen Impfquote und Neuinfektionen immer auf dem aktuellsten Stand der Dinge sein? Das RKI veröffentlicht täglich (montags bis freitags) auf seinem Impfmonitoring die neusten Zahlen im Kampf gegen das Coronavirus. Interessant: Die Daten werden auf Landesebene (NRW, Bayern, Thüringen etc.) durchgegeben, nicht auf Bundesebene!

Autor: Jan Lauer

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