Wegen Inflation kommen Entlastungen weniger an

Vor allem Rentner haben es schwer

Rentner beim Einkaufen

Die anhaltend hohe Inflation habe einen Teil der Entlastung für die deutschen Haushalte „aufgefressen“, so das IMK in einer Studie. Das wirkt sich schon jetzt spürbar auf die mittleren Einkommen aus, Rentner haben es besonders schwer. Bekommen sie weniger als 900 Euro im Monat, verschwindet die Entlastung.

Stark gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise dämpfen laut IMK-Institut die Wirkung des Rettungsschirms der Bundesregierung. Unter dem Strich helfen die Maßnahmen der Ampelkoalition den Arbeitnehmern und dem Volk beim Zugang zur Grundsicherung, aber das Ungleichgewicht bei den Rentnern zeigt sich deutlich.

Niedrige Renten, hohe Preise

Das Damoklesschwert der Inflation – Erhöhtes Armutsrisiko im Alter.
Bei einer Familie mit zwei berufstätigen Erwachsenen, zwei Kindern und einem unterdurchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen von 2.000 bis 2.600 Euro sind das also rund 64 % der absehbaren Mehrbelastung. Im April rechneten die Forscher allerdings noch mit einer Entschädigung von 79 %. Bei einem vergleichbaren Haushalt mit einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 3.600 bis 5.000 Euro waren es 54 Prozent.

Während die jetzigen Entlastungspakete von etwa 30 Milliarden Euro nach Ansicht der IMK-Experten damit bei Erwerbstätigen und Empfängern von Sozialleistungen „im Großen und Ganzen eine umfangreiche und sozial weitgehend ausgewogene Entlastung“ bewirkten, gebe es bei Nichterwerbstätigen, insbesondere Rentnern, eine „soziale Schieflage“. Für Alleinstehende, die im Ruhestand sind und ein monatliches Nettoeinkommen von weniger als 900 Euro haben, beträgt die Leistung nur 10 %. Wenn diese Familien Anspruch auf Wohngeld hätten, würden etwa 46 % entschädigt.

Hier muss der Bund bereit sein, im kommenden Jahr wieder aufzustocken. Das IMK erwartet einen Rückgang der Inflation von knapp 7 Prozent in diesem Jahr, auf knapp 3 Prozent im Jahr 2023. „Damit bleiben die Preise insbesondere für Waren des Grundbedarfs aber hoch und es besteht auch im kommenden Jahr eine erhebliche Zusatzbelastung.“

Autorin: Sophie Pixis

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