Wie lang reichen die Gasreserven

Aus Russland kommt aktuell nicht viel Gas, momentan sind in Deutschland die Speicher zu gut 56 Prozent gefüllt. Wie lange reicht das gespeicherte Gas noch? Und welche Möglichkeiten gibt es für Deutschland noch, außer Russland?

Gasbefeuerte Kraftwerke

Die Erdgasspeicher sind bundesweit aktuell zu etwa 56 Prozent gefüllt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist das ein höherer Stand als 2021 – und ebenso höher als 2015, 2017 und 2018.

Außerdem soll mit dem neuen Gasspeichergesetz erreicht werden, dass die Speicher über den Winter ausreichend gefüllt sind. Ein Füllstand von 80 Prozent zum 01.10.22 und 90 Prozent zum 01.11.22 schreibt das Gesetz vor.

Die Lage wird allerdings von der Bundesnetzagentur als „angespannt“ beschrieben, aktuell sei die Gasversorgung aber ausreichend. „Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist derzeit weiter gewährleistet.“ Die Erdgaslieferungen aus Russland haben allerdings enorm nachgelassen – betragen nun in etwa 40 % der Maximalleistung.

Reichen die Erdgasvorräte noch?

Jährlich werden hierzulande rund 1000 Terawattstunden Erdgas verbraucht. In den Speichern kann laut Branchenverband INES insgesamt Gas mit einem Energiegehalt von maximal 256 Terawattstunden gespeichert werden. „Dieses Speichervolumen alleine kann Deutschland zwei bis drei durchschnittlich kalte Wintermonate mit Gas versorgen“, so die Bundesregierung.

Bei unverändertem Verbrauch würden demnach die zu 56 % gefüllten Gasspeicher etwa 1 bis 2 Monate reichen. Allerdings hängt der Verbrauch von einigen Faktoren ab. Beispielsweise ist infolge der deutlich gestiegenen Preise schon jetzt der Gasverbrauch stark zurückgegangen.

Gas aus den Niederlanden und Norwegen

Zudem ist Deutschland nicht nur von russischen Lieferungen abhängig. Unter anderem wird auch aus Norwegen und den Niederlanden importiert. Es wird auch damit gerechnet, dass Deutschland über Anlandeterminals im Ausland verflüssigtes Erdgas (LNG) bekommen kann. Allerdings sind die Alternativen im Gegensatz zu russischem Erdgas teurer.

Autorin: Sophie Pixis

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